Von Coyhaique nach Puyuhapi mit Rodeo in Villa Manihuales

Coyhaique ist die Hauptstadt der chilenischen Provinz Aysén und mit 50.000 Einwohnern die größte Stadt nach Punta Arenas auf unserer Strecke. Das Land wird für Vieh- und Schafzucht genutzt, und die umliegenden Wälder für Holzwirtschaft. Wir fahren entlang der Flüsse: Rio Simson und Rio Maniguales. Die Berge rechts und links sind knapp 1.500 m hoch. Wir fühlten uns vom Landschaftseindruck an das Voralpengebiet erinnert.

Die Algenart ‚Didymo‘ (Didymosphenia geminata) ist eine Diatomeenart, die in warmem, flachen Wasser gedeiht. Bei übermäßiger Ausbreitung kann sie am Grund von Seen und Fließgewässern große Matten bilden. Obwohl von der Art keine Gesundheitsrisiken ausgehen, zerstört sie durch ihr übermäßiges Wachstum das Ökosystem und die Futterquellen der Fische und macht Freizeitaktivitäten unattraktiv. Die invasive Art kann bereits in einem einzigen Wassertropfen in ein Gewässer verschleppt werden. Diese Warnschilder sollen darauf hinweisen, aber sie wird im Süden Chiles durch Unkenntnis oder Nachlässigkeit immer weiter verbreitet.

Das Rodeo in Villa Maniguales

Es war Ostersonntag, und glücklicherweise sonnig und warm. Da sahen wir in Villa Manihuales (oder Villa Maniguales) neben der Straße auf einem großen Platz festlich gekleidete Reiter. Wir bogen ab, und erfuhren, dass heute ein Rodeo stattfindet.


Zuerst sieht man die Reiter beim Üben auf einem Nebenplatz, dann einen erfolgreichen Durchgang. Die Regeln wurden uns nicht ganz klar, und Einheimische konnten wir wegen fehlender Sprachkenntnisse nicht befragen. Offensichtlich musste die Kuh mehrmals genau an der Wand entlang getrieben werden, bevor das Tor in der Mitte der Arena geöffnet wurde, und die Kuh nur einmal den zweiten Teil entlang getrieben wurde.

Der Türöffner und -schließer - er scheint nicht zur herrschenden Klasse zu gehören.

Der Türöffner und -schließer – er scheint nicht zur herrschenden Klasse zu gehören.

Hier sieht man die reale Anwendung des Rodeos.

Wir fuhren weiter, und durchquerten den Queulat Nationalpark. Da es Ostersonntag war, waren dort viele Menschen unterwegs. Nach dem San Rafael Gletscher schien uns dieser Gletscher nicht mehr so attraktiv…

Wir nahmen vom Queulat Gletscher drei Tramper nach Puyuhapi mit. Das Auto war groß genug für diese drei und deren Gepäck. Am Ende schliefen sie, und wir mussten sie in Puyuhapi wecken.

Wanderung zur Piedra al Fraile

Zunächst unsere Autofahrt von Calafate nach El Chalten, und dort weiter zu unserer Unterkunft ‚Hosteria El Pilar‘. Die Straße von El Chalten zur Hosteria war nur sehr langsam zu befahren. Sie führt weiter am Rio Canandon des los Toros zur chilenisch-argentinischen Grenze und weiter zum Lago San Martin – über diesen käme man nach einer Schiffspassage zu Fuß, zu Pferd oder mit dem Fahrrad nach Villa O’Higgins in Chile, dem südlichsten Punkt der Carretera Austral in Chile.

Ich wollte nach der langen Autofahrt noch laufen, mein Kollege sich eher ausruhen. Daher machte ich allein einen Ausflug zur Piedra al Fraile. Auf dem Hinweg ging ich den in der Karte eingezeichneten Weg – etwas umwegig. Zurück ging ich einen nur in Open Street Maps eingetragenen Pfad, bei dem ich allerdings einen reißenden Fluss queren musste. Aber er war viel kürzer!

Aufstieg zum Mirador Ferreir oberhalb des Lago Grey

Da wir schon am frühen Nachmittag im Torres del Paine Nationalpark angekommen waren, wollte ich mich sehr gerne noch etwas bewegen. Leider ging es meinem Kollegen nicht so gut, so dass ich alleine los fuhr, um mich am Lago Grey umzusehen.

Auf der Straße staubt es gewaltig. Aber durch den starken Wind wird der Staub bald wieder weggeblasen.

Vom Parkplatz am Lago Grey gibt es einen Spazierweg zum Schiffsanlegeplatz. Das ist mir zu wenig. Zum Mirador Ferreir sind die Angaben sehr voluminös: 4 h, für ca. 3 km Strecke und 600 Höhenmeter. Ich entscheide mich, obwohl es schon spät ist, für diesen Weg.

Einen kleinen Haken hat es: der Weg (wie auch der Weg zum Lago Pingo) ist nur mit akkreditiertem Bergführer zulässig. In der Offiziellen Karte der Parkverwaltung Torres del Paine sind diese Wege auch nicht mehr eingezeichnet. Das erscheint mir aber mehr eine Maßnahme, Touristen zu schröpfen, als sie zu schützen. Ich gehe also los.


Als ich den schützenden Wald verlassen habe, erlebe ich einen sehr starken Wind. Was sonst ganz einfach wäre, einen 2 m hohen Felsen zu ersteigen, gelingt mir nicht. Trotzdem erreiche ich einen schönen Aussichtspunkt. Ich versuche, den Wind greifbar zu dokumentieren:

Fahrt von Puntas Arenas über Puerto Natales in den Nationalpark ‚Torres del Paine‘

Nach einer Übernachtung in Puerto Natales fuhren wir in den Nationalpark Torres del Paine.

In Puntas Arenas hatte der Europcar Verleiher bei der Übergabe festgestellt, dass in den Papieren eine falsche Nummer des Internationalen Führerscheins eingetragen war. Das konnte er aber nicht vor Ort ändern. Europcar besteht in Chile aus zwei Firmen: Europcar und Tattersall. Das Auto war von Tattersall in Santiago de Chile – und auch von dort gebracht worden – also konnten die Papiere nur von Tattersall in Santiago geändert werden.

Bei unseren vier Grenzübertritten später interessierte sich allerdings niemand für die internationalen Führerscheine. Wahrscheinlich sind sie nur im Falle eines Unfalls für die Polizei relevant.

Wir sollten die korrigierten Papiere am nächsten Tag bei der Europcar Station in Puerto Natales bekommen. Das dauerte aber etwas, sodass wir in Puerto Natales erst kurz vor 12 Uhr los kamen. Aber die Strecke ist kurz – wir waren schon kurz nach 2 Uhr im Park.