Gran Canaria – Überblick

Trekking auf Gran Canaria: 16. Februar bis 5. März 2014.

Ich bin, nur mit Zelt und Schlafsack, vom Süden hinauf auf den Kraterrand, und -mit einem Hotelaufenthalt in La Aldea de San Nicola- weiter auf der Höhe über Tamadaba bis zum Cruz de Tejeda.

In den ersten drei Tagen erkundete ich mit dem Leihwagen die Insel und machte kleinere Wanderungen. Am letzten Tag habe ich am Cruz Grande und in der Nähe der Degollada del Aserrador mir Depots mit Wasser, Brot, Müsli und Joghurt angelegt, die ich später (fast) unversehrt und gut gekühlt wiedergefunden habe – einmal war das Brot etwas angeknabbert.

Bis auf die Autobahnen ist das Fahren auf den schmalen, kurvenreichen Straßen recht anstrengend und zeitraubend, dafür sind die Straßen in der Nähe der Touristenhochburgen bei Fahrradfahrern sehr beliebt.

Über diesen Link kann man alle Bilder sich anschauen.

Die Etappen

Rundwanderung durch den Parque Natural de Pilancoles

Von Playa des Ingles/Maspalomas kommt man leicht mit dem Auto nach Ayagaures – aber auch viele Fahrradfahrer sind auf dieser Strecke! Von dort habe ich eine Rundwanderung unternommen bis zur Degollada de la Manzilla und durch das Bachtal von Las Tederas am Rande des Stausees wieder zurück. Auf dieser Wanderung habe ich gesehen, dass es in diesem Teil der Insel keine Wasserstelle gibt. Nur am Stausee hätte ich mich an einem offenen Wasserrohr bedienen können – da habe ich mir aber nur das Gesicht gewaschen.

Aufstieg bei ziemlicher Hitze durch sehr lichten Kiefernwald

Aufstieg bei ziemlicher Hitze durch sehr lichten Kiefernwald

Rückweg am Stausee - oberhalb des Felsabbruchs

Rückweg am Stausee – rechts oberhalb des Felsabbruchs

Der Weg am Stausee läuft auf einer nicht mehr genutzten Wasserleitung - trotzdem gibt es überall kleinere Leitungen. Welche genutzt werden, sieht man ihnen nicht an.

Der Weg am Stausee läuft auf einer nicht mehr genutzten Wasserleitung – trotzdem gibt es überall kleinere Leitungen. Welche genutzt werden, sieht man ihnen nicht an.

 

Von Los Palmitos nach Montana Alta

Der erste Wandertag!

Der Weg beginnt an einem kleinen Pass der Straße GC503 von Ayagaures nach Maspalomas. Auf dem Rückweg von Ayagaures hatte ich gesehen, dass von dort ein Weg hinunter zum Tierpark Los Palmitos führt. Da nach Los Palmitos ein Bus sehr preiswert fährt, konnte ich mir daher ein Taxi zu diesem Pass sparen und das kurze Stück vom Tierpark am Hotel Los Palmitos vorbei hinauflaufen.

Aber als ich aus dem Bus ausgestiegen war, gabe es eine Überraschung: der Weg hinauf zum Hotel war mit einem großen Tor versperrt. Davor stand ein Schild, das sehr unfreundlich in mehreren Sprachen den Durchgang nach oben verwehrt und drastische Strafen androht. Einer Familie aus der Schweiz geht es ähnlich. Sie reden mit einem Lieferanten, für den das Tor geöffnet wird. Der rät ihnen ab, jetzt einfach durchzugehen. Wanderer scheinen für die Leute im Hotel Monster zu sein, die man mit allen Mitteln abwehren muss.

Das Hotel scheint bei dem großen Feuer 2007 zerstört worden zu sein, und ist noch nicht so lange wieder in Betrieb. Wanderführer und Karten können daher diese Sperrung noch nicht berücksichtigen.

Ich schließe mich den Schweizern an, die ein Mietauto fahren. Wir müssen ca. 10 km zurück in Richtung Maspalomas, und dann wieder die 10 km auf dem Bergrücken zu dem kleinen Pass, um die vielleicht 100 Höhenmeter höher zu kommen. Ohne den schweren Rucksack wäre ich einfach nach oben gestiegen, aber mit dem Rucksack war mir der Autotransport doch lieber.

In der Mittagshitze geht es los – im Rucksack habe zu den früher gemessenen 14 kg noch 3 1/2 l Wasser und Lebensmittel für 2 – 3 Tage. Ich gehe durch eine halb verlassene Siedlung mit kläffenden Hunden und folge dann einem Weg links vom Bachbett hoch in die Berge. Manchmal geht ein Weg ab, und ich orientiere mich mit meinem Garmin. Ich habe mir die Open Street Map (OSM) Karte von Gran Canaria darauf geladen und folge den darauf angegebenen Wanderwegen. Die Kompass-Karte ist im Detail nicht so hilfreich. Wegmarkierungen oder Schilder gibt es nicht, nur manchmal ein Steinmännchen.

Aufstieg durch den sehr schütteren Pinienwald. In der Bildmitte hinten mein erster Übernachtungsplatz.

Aufstieg durch den sehr schütteren Pinienwald. In der Bildmitte hinten mein erster Übernachtungsplatz.

So sieht der Wanderweg aus

So sieht der Wanderweg aus

Mein erster Übernachtungsplatz. Am Morgen war das Zelt platschnass durch den Tau. Aber die Morgensonne hat das Zelt immer gut getrocknet.

Mein erster Übernachtungsplatz. Am Morgen war das Zelt platschnass durch den Tau. Aber die Morgensonne hat das Zelt immer gut getrocknet.

Montana Alta bis vor Cruz Grande

Am Morgen war es noch recht frisch und die Täler im Nebel.

Am Morgen war es noch recht frisch und die Täler im Nebel.

Aber nachdem die Sonne hervorgekommen ist, das Zelt getrocknet und ich gefrühstückt hatte, wurde es gleich wieder warm! Der Weg windet sich, manchmal nicht so gut erkennbar, durch den Pinienwald.

Aber nachdem die Sonne hervorgekommen ist, das Zelt getrocknet und ich gefrühstückt hatte, wurde es gleich wieder warm! Der Weg windet sich, manchmal nicht so gut erkennbar, durch den Pinienwald.

In der Kompasskarte ist eine direkte Verbindung vom ‚Morro de las Hierba Huerto‘ zur ‚Degollada del Sordo‘ eingetragen. Darauf hatte ich mich verlassen. Aber als ich oben auf dem ‚Morro de las Hierba Huerto‘ stand, sah ich, dass das nur über einen Felsabhang geht:

Blick von Norden auf den 'Morro de las Hierba Huerto'. Vom Funkturm geht kein Weg direkt nach Norden!

Blick von Norden auf den ‚Morro de las Hierba Huerto‘. Vom Funkturm geht kein Weg in Richtung zum Aufnahmestandpunkt!


Ich musste daher wieder ein längeres Stück Weg zurück, etwas in das Tal des Chira-Stausees (Embalse de Chira) absteigen und dann wieder hoch.
Vom 'Morro de las Hierba Huerto' hat man einen schönen Blick auf das Inselwahrzeichen, den 'Roque Nublo'.

Vom ‚Morro de las Hierba Huerto‘ hat man einen schönen Blick nach Norden auf das Inselwahrzeichen, den ‚Roque Nublo‘.


Nicht viel später suchte ich mir einen schönen Platz abseits des Weges, um zu lesen und dort zu übernachten. Von dort hatte ich auch einen schönen Blick über den Parque National de Pilancones bis nach Maspalomas.
Blick zurück über den Parque Natural de Pilancones bis nach Maspalomas

Blick zurück über den Parque Natural de Pilancones bis nach Maspalomas

Cruz Grande bis Pico de las Nieves

An diesem Tag ging es von etwa 1.000 m Höhe auf fast 2.000 m Höhe! Am Cruz Grande habe ich mein erstes Depot unbeschädigt gefunden und Wasser, Brot, Müsli und Joghurt nach oben geschleppt.

Vom Pico de la Nieves: nur das Cruz de Llanos de la Paz schaut aus den Wolken heraus

Vom Pico de la Nieves: nur das Cruz de Llanos de la Paz schaut aus den Wolken heraus

Der Nebengipfel ist mit Sendemasten überhäuft

Der Nebengipfel ist mit Sendemasten überhäuft

Eine sehr merkwürdige Kakteenblüte

Eine sehr merkwürdige Kakteenblüte

Blick zurück auf einen Teil des Aufstiegs: rechts der Chira Stausee, links der Morro de la Hierba Huerto

Blick zurück auf einen Teil des Aufstiegs: rechts der Chira Stausee, links der Morro de la Hierba Huerto

Der Aufstieg geht mitten durch diese mächtigen Felsformationen

Der Aufstieg geht mitten durch diese mächtigen Felsformationen

Das erste fließende Wasser muss dokumentiert werden!

Das erste fließende Wasser muss dokumentiert werden!

Der erste Schnee! Der Pico Nieves rechtfertigt seinen Namen.

Der erste Schnee! Der Pico de las Nieves rechtfertigt seinen Namen.

Blick nach Süden, über San Bartolome de Tiranja bis Maspalomas - alles scheint unter Wolken zu liegen

Blick nach Süden, über San Bartolome de Tiranja bis Maspalomas – alles scheint unter Wolken zu liegen

Auf dem Parkplatz in der Nähe des Gipfels kaufe ich an einem kleinen Stand etwas Obst und Trockenfrüchte. Ich habe auf etwa 1.700 m Höhe mein Zelt aufgeschlagen – daneben war noch ein größerer Schneefleck. Fließendes Wasser gab es an einem Rast- und Grillplatz an der GC-600 (Llanos de la Pez), wie auf der OSM-Karte eingetragen.

Auch der Roque Nublo ragt gerade aus den Wolken heraus. Im Hintergrund -immer unübersehbar- der Teide auf Teneriffa.

Auch der Roque Nublo ragt gerade aus den Wolken heraus. Im Hintergrund -immer unübersehbar- der Teide auf Teneriffa.